Stuttgart -Kirchentag 2015 Freitag

Während ich hier diese Zeilen tippe, sitze ich wieder am Rathaus, es ist Samstag 18:00 Unr und nebenan auf der Bühne wird das Abendgebet „zur Sache“ vorbereitet. Die Glocken der Stiftskirche läuten und ein Blick auf die Tagesthemen hier sagt das es um die Proteste am G7 Gipfel, den Tag der Organspende und den Besuch von Kofi Annan hier beim Kirchentag gehen wird.

Die Mädels haben sich ein Eis erkämpft und sitzen ganz zufrieden neben mir.

So langsam sind die vielen tollen Eindrücke nicht mehr zu verarbeiten und dennoch, 2 Tage müssten wir noch haben um auch nur annähernd alles gesehen zu haben.

Wir haben es wieder nicht geschafft an einer Bibelarbeit teilzunehmen, das Planspiel fiel der Wärme zu Opfer und die Kirchenkabaretts waren zu überfüllt, da hätte keine Maus mehr Platz gehabt.

Aber zurück zum Freitag.

Unsere Zimmernachbarn sind Frühaufsteher, wir schafften es mit knapper Not 7:30 aus dem Schlafsack, leider ist damit das Duschwasser auch nur noch lauwarm, ich dann aber auch munter. Es ist doch nicht so schlecht, dass es nicht auch wieder für etwas gut ist.

Frühstück und dann ab in die Stadt. Die Jugend wollte endlich zum shoppen.

Den Rest kennt Ihr ja schon, ich habe einfach geschwänzt und dafür diesen Blog begonnen.

Dann aber rief das offene Singen mit den Wise Guys, diesesmal im Stadtgarten, da konnte auch dieses Agebot mich nicht aufhalten:

VERDI
VERDI

Dort wartete meine Gruppe schon auf mich, sie hatten sich einen schattigen Platz gesucht. Auch die Regensburger kamen später dazu.

Kirchenlieder singen ist eine langweilige Angelegenheit? Nicht hier, da kann man auch einen alten Choral ausgraben, wenn die, die mit uns singen, die Schönheit dieses Liedes aufzeigen, uns dazu bringen es auch mal mit anderen Stimmlagen zu probieren und etwa 2000 Menschen einen Chor miteinander bilden ohne sich zu kennen…..dann ist offenes Singen und so mancher findet auch einen ganz neuen Blick auf den alten Bach.

Das am Schluß auch das eine und andere Wise Guys Lied dazukam ist super und mit „Jetzt ist Sommer“ ging auch dieser Programmmpunkt zu Ende.

Die Jugend machte sich auf den Weg zum Zentrum Jugend und wollten danach auf das Konzert von Andreas Bourani- Kathi sitzt mir gerade gegenüber und sagt „Es war spitze“
Ich hatte geplant ein Kirchenkabarett zu besuchen, ein wenig sich selber auf die Schippe nehmen kann bei soviel Harmonie nicht schaden.
Vorher noch ein Abstecher zur Markthalle, für mich einer der hübschesten Orte hier in Stuttgart.
Bei Tapas und einen kühlen Weißwein kamen die Lebensgeister auch schnell wieder.


Nette Tischnachbarn empfohlen mir für den Nachmittag noch einen Abstecher ins Bohnenviertelund erzählten einiges über Ihre Heimatstadt.
Die Schlange vorm Rathaussaal war ewig lang und nachdem sich herumsprach das es nur 300 Plätze gibt war schnell klar das die Chancen schlecht standen. Ich blieb dennoch da, in der Hoffnung ganz am Schluß noch eionen Einzelplatz zu erwischen, aber auch das schlug fehl. Unterhaltsam war es dennoch, Dank einer Jugendgruppe aus der Nähe von Hamburg denen wir bestimmt beim letzten Kirchentag auch schon über den Weg gelaufen sind.
Auch wenn ich es hier in Niederbayern in der Diaspora manchmal schwierig finde, es ist eine Erfahrung wert und lehrt Toleranz, was ich dann auch in so manchem Gespräch mit Gläubingen aus den rein evangelischen Gebieten Deutschlands feststellte. Ich kann nur jedem empfehlen mal seine Katholischen Nachbargemeinden zu besuchen, der Moschee und auch der Synagoge in der Nähe einen Besuch abzustatten und das Gespäch zu suchen, das kann uns nur reicher machen.


Ich war kurz vorm Hitzeschlag und machte mich auf den Weg in das empfohlene Bohnenviertel, Dank einer Baustelle landete ich aber erst einmal im herutergekühlten Breuniger, mit Champagnerbar und Pianomusik, der Gegensatz zu meinem Outfit hätte nicht viel größer ausfallen können und nachdem mich der Blick des Barkeepers mit hochgezogener Augenbraue erwischte unterlag ich kurz der Versuchung mich hinzusetzen und Champus zu bestellen, nur um sein Gesicht zu sehen…..aber ich bin ja friedfertig, lächelte ihm zu und verließ auf der anderen Straßenseite wieder diese herrlich kühlen teuren Konsumhallen, nicht ohne auf den klimatisierten Shuttleservice für die, die es sich leisten wollen, zu stoßen.
Im Bohnenviertel erwartete mich ,was die Stuttgarter unter gemütlichen kleinen Gassen verstehen, ich gebe es zu, das setzt Regensburg andere Maßstäbe, dafür kann Stuttgart Shopping besser 😉
Aber hier stieß ich auf das Asylcafe und Infos rund um Fluchtwege, Asylsituation in Europa und damit war ich dann doch wieder eine Weile beschäftigt.


Danach machte ich einen langen Spaziergang durch die Stadt um pünklich zu Gerhard Schönes „Alles muß klein beginnen“, beim Feierabendmahl für Familien, im Stadtpark zu landen.
Biertische waren aufgebaut, Brot und Traubensaft wurden geteilt, verschiedene Spielmöglichkeiten luden die Kinder zum mitmachen ein,ein tolles Angebot für Familien mit kleineren Kindern.


Ich suchte mir dann ersteinmal einen klimatisierten kühlem Ort um etwas zu trinken bevor ich zurück in den Stadtpark ging um mir für das Konzert von Gerhard Schöne einen Platz in der ersten Reihe zu sichern.
Die Wartezeit wurde verkürzt mit Kinder-und Mitmachliedern statt Soundcheck, Danke dafür.
Eigentlich war geplant das Programm „Ich öffne die Tür weit am Abend“ zu zeigen, da aber statt der benötigten Orgel ein E-Piano geliefert wurde gab es kurzerhand das neue Bühnenprogramm zu hören, neues und vertrautes und zwischendurch statt Pausen ein paar Kinderlieder für die vielen Kleinen die hier noch anwesend waren.
Keine langen Zugaben, kein großer Applaus, wie immer an Kirchentagen bei Gerhard Schöne Konzerten gingen wir hier gemeinsam singend auseinander und nahmen die Töne mit in den Sommerabend.


Am Schloßplatz sollte es nun den täglichen Abendsegen geben, ein Innehalten, Leise werden der vielen Tausenden die sich hier versammelten um im Kerzenschein gemeinsam zu singen, zu beten und den Tag Revue passieren zu lassen.


Wie immer waren jugendliche Helfer unterwegs,versorgten alle mit Kerzen und Liedzetteln, sammelten hinterher auch alles wieder ein, lotsten die Massen in die richtige Richtung und beantworteten geduldig jede Frage. Hier traf ich auf diese jungen Leute aus Dresden die auch zu der später Stunde immer noch mit Spaß und Freude am arbeiten waren.

Danke an alle Helfer, Ihr wart Klasse :)
Danke an alle Helfer, Ihr wart Klasse 🙂

Da dann natürlich die U-Bahn voll war gönnte ich mir in einem Cafe mit Blick auf das schöne Stuttgarter Schloß noch ein Glas Wein und genoss die laue Sommernacht.
Als ich dann endlich auch im Quartier auf meine Luftmatratze fiel schliefen die Jugendlichen schon tief und fest und auch ich war einfach nur noch müde nach diesem langen, heißen und anstrengendem Tag.

zum Samstag

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