Prag 2.5.2015

Wir hatten hervorragend geschlafen, nur ein wenig ungewohnt bei geschlossenen Fernstern, so aber war auch vom Stadtlärm nichts zu hören.

Das Frühstück ließ keine Wünsche offen, Kaffee, Tee, Säfte, Sekt, Eierspeisen, Lachs, unzählige Käsesorten, Obstsalat, Strudel, so gut gestärkt konnte unser langer Besichtigungstag beginnen.

Frühstück

Ich hatte im Vorfeld der Reise nicht bedacht das zur selben Zeit die Eishockey WM und am Sonntag der Prag Maraton stattfinden sollten….es war voll und heute reisten noch die Läufer an.

Der Himmel war wolkenlos, Kaiserwetter für uns, daheim regnete es ununterbrochen….wenn Engel reisen 😉

So herrschte am Wenzelsplatz schon reges Treiben und je weiter wir in die Altstadt vordrungen desdo enger wurde es.

Am Rathaus vorbei nahmen wir einen Schlenker über den Altstädter Ring, bewunderten die herrlich restaurierten Gebäude und bewegten uns dann durch die Menschenmassen langsam in Richtung Karlsbrücke.

Überall Souvenierläden, dazwischen aber auch Lichtblicke mit Kunsthandwerk und Aniquitäten, Bäckereien und kleine Kneipen, hier muss man einfach Zeit zum schauen, bummeln und genießen mitbringen.

Wir hatten meiner Freundin zum runden Geburtstag eine Stadtrundfahrt im Oldtimer versprochen aber die Mädels entschieden sich lieber zu Fuß über die überfüllte Karlsbrücke und die Kleinseite zur Burg hochzukämpfen, mir sollte das recht sein.

Es ist halt so mit Sehenswürdigkeiten: Jeder möchte sie sehen und dann sind sie fast nicht mehr zu sehen.

Vor Menschenmassen, Souvenierverkäufern, Strassenkünstlern war von der Karlsbrücke nicht viel zu erkennen, wir ließen uns durchschieben umd dann auf der Kleinseite ein wenig durchatmen zu können denn den Aufstieg zur Burg ersparen sich dann doch viele. Schade für diese, schön für uns denn die Ein-und Ausblicke sind malerisch.

Oben angekommen sind sie aber alle wieder da und so war schon im zweiten Burghof das erste Schlangestehen angesagt, die Tickets für Dom und Burg sind heiß begehrt.

250 czk- etwa 10€ kostet der Eintritt in dem St-Veits-Dom, die Burg und das goldene Gässchen.

Im dritten Burghof staute sich dann alles, große Reisegruppen begehrten Einlass in den Dom, der für alle auch ohne Ticket zugänglich ist, dann aber nur im Eingangsbereich. Es werden zeitgleich nur eine bestimmte Anzahl von Personen eingelassen, sodass die Ruhe im Dom gewahrt wird.

Wir entschieden uns aufgrund der langen Schlange einfach gegenläufig mit der Burg zu beginnen (wo sich dann auch -für Mädels immer wichtig-ein weniger frequentiertes WC fand).

Wir besichtigten den Wladislawsaal, frischten am Ort des Geschehens unsere Geschichtskenntnisse zum Prager Fenstersturz auf und genossen den spektakulären Blick über Prag.

Am Dom wieder angekommen hatte sich die Menschenschlange deutlich reduziert( Mittagszeit) und wir fanden schnell Einlass.

Selten habe ich so schöne Kirchenfenster gesehen wie hier. Ein Dom der bei mir immer wieder Eindruck hinterlässt und mich erstaunt, mit welch einfachen technischen Möglichkeiten soetwas gebaut werden konnte.

Beeindruckend auch die Sankt-Wenzels-Kapelle mit Ihren wunderbaren Wandgemälden.

Dann ging es wieder hinaus in die Frühlingssonne und in das Gedränge rund um das Goldene Gässchen. Mitterweile restauriert und nur mit Eintrittskarte zu besichtigen kleben kleine Häuschen am Wehrgang der Burg. Der Wehrgang ist nun auch wieder zu begehen und zeigt Waffen, eine Folterkammer und Kunsthandwerkliches.

Eigendlich für die Burgwachenerbaut zogen später hauptsächlich Goldschmiede hier ein, gerüchteweise versuchte man Gold herzustellen.

Die kleinen Häuschen sind teilweise Souvenierläden, einige aber auch originalgetreu eingerichtet und zeigen so das Leben der Handwerker hier in der Burg.

Wir bummelten noch ein wenig durch den Burggarten, bewunderten die Pracht der hier schon blühenden Pfingstrosen und machten uns an den Abstieg.

Unser nächstes Ziel war das Palais Waldstein mit seiner wunderschönen Gartenanlage, ein grünes Kleinod mitten in der Stadt und von den Touristenströmen fast unbemerkt.

So langsam machten sich Hunger und Durst breit und so gönnten wir uns eine kleine Pause, unter dem strengen Blick von Sissi und Franz-Joseph.

Wir wechselten nun die Moldauseite und vorbei am Rudolphinum schlenderten wir wieder Richtung Wenzelsplatz, nicht ohne einen Abstecher ans Rathaus zu machen, wo wir zur vollen Stunde die über 600 Jahre alte Rathausuhr bewunderten. Der touristische Augenmerk liegt bei den erst 1860 hinzugefügten Apostelfiguren, während die geniale astronomische Uhr als solche kaum wahrgenommen wird.

Im Hotel legten wir kurz die Füße hoch und beratschlagten wo wir am Abend essen wollten. Wir beschlossen den Versuch zu wagen und entweder das u fleku oder, wenn da kein Platz, den Schweik zu beehren.  Leider kamen auch andere auf die Idee, sodas wir Chancenlos waren.

Also bummelten wir weiter, es war recht kühl, dadurch die Aussenplätze nicht nutzbar, also überall sehr voll. So manches Lokal war und dann auch nicht recht denn jeden Touristennepp muss ich auch nicht haben.

Wir fanden aber dann doch ein kleines gemütliches Lokal in der Nähe vom Rathaus, für Prager Verhältnisse überteuert aber das Essen war lecker und wir froh zu sitzen.

Dann wagten wir einen zweiten Versuch die Karlsbrücke zu besichtigen aber die Menschenmassen waren immernoch unterwegs.

Auf einen Absacker verzichteten wir heute , es war uns in der Innenstadt zu trubelig nach dem langen Tag und alles was ein wenig abseits lag klappte 23:00 Uhr die Bürgersteige hoch. Wir hatten noch eine Flasche Weisswein in unserem gemütlichen Hotelzimmer stehen also wurden nach über 20km zu Fuß die Füße hochgelegt und noch ein wenig geratscht.

weiter mit 03.05.2015

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