Ajaccio

12.09.2015

Diese Hafenänderung war ja eigentlich die bessere Wahl, statt einen Strandtag schauen wir uns die Stadt an, besuchen das Geburtsthaus von Napoleon und fahren hinaus zu den Îles Sanguinaires, eine wunderschöne Inselgruppe am Golf von Ajaccio.
Bei herrlichen Sonnenschein frühstückten wir heute am Büffetrestaurant und so sollte es den Rest der Reise bleiben. So angenehm es in Bedienrestaurant war, hier oben auf Deck 11 am Heck bekamen wir immer Plätze an der frischen Luft und da es auch Eierspeisen und frisches Omlette hier oben gab, jeden Morgen Lachs, frisches Obst und tolles Gebäck, vermissten wir nichts und genossen die immer wechselnde Hafenkulisse.

Zenit
Ajaccio ist ein ganz wunderbares Städtchen, das schon vom Schiff aus einladend wirkte.
Auch touristisch gut erschlossen, so werden Stadtrundfahrten bis zum dem Genueserturm Pointe de la Parata, für 10€ angeboten, mit Fotostopp am Napoleon-Denkmal (Place d’Austerlitz) und 20 Minuten Aufenthalt am Leuchtturm. Das hat ein wenig von Asiatischen Touristen, immer unter Zeitdruck und den Fotoapparat im Anschlag 😉
Alternativ gäbe es auch einen Linienbus.

Îles Sanguinaires2 Îles Sanguinaires3 Îles Sanguinaires1 Napolendenkmal

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Für den Stadtrundgang selber nahmen wir uns dann doch deutlich mehr Zeit, es war Samstag und Markttag, direkt im Stadtzentrum, ein schöner, großer schattiger Platz. Unter den Palmen Stände mit allem was Hunger macht: Käse, Fisch, Wurst, Obst, frische Backwaren, ein Paradies und ich musste immer an meinen leeren Kühlschrank daheim denken.
Von dort weiter über den Löwenbrunnen zum Place de Gaulle, der heute für eine Sportveranstaltung genutzt wurde. Dennoch konnte man einen Blick auf das etwas eigenwillige Napoleon Denkmal werfen.
Die Palmengesäumte Uferstraße ließ sich von hier auch ganz wunderbar betrachten und der erste Strand befand sich direkt darunter.
Weiter zur Kathedrale, hier wurde, wie auch seine Geschwister, Napoleon getauft, der Taufstein ist noch zu besichtigen.
Ein paar Gassen weiter befindet sich auch sein Geburtshaus, auf den Museumsbesuch allerdings verzichteten wir. Die Festung der Stadt kann nicht besichtigt werden, sie wird immer noch militärisch genutzt.

Ajaccio MarktAjaccio Markt

Ajaccio2Ajaccio5 Ajaccio6 Ajaccio7 Ajaccio Kirche Ajaccio Kirche Altar Napoleon Taufbecken Ajaccio1  Ajaccio3
Das Mittagessen nahmen wir wie gewohnt im Restaurant ein, freundlich umsorgt und in ruhiger Atmosphäre.
Am späten Nachmittag testeten wir dann mal den Pool, es gibt einen normalen Salzwasserpool, aber mehr wie 10 Schwimmzüge kann man nicht machen, die Poolgröße ist, wie auf den meisten Schiffen, eher zum Planschen geeignet. Dazu zwei schöne heiße Wirlpools und, für mich ein Highlite auf der neoRiviera, ein Pool mit Salzwasser, angenehm auf etwa 28°C temperiert mit Massagedüsen.
Überhaupt ist das Pooldeck recht schön, Korbmöbel, guter Service, immer Platz. Nur der Blick nach draußen fehlt mit trotz der Glasflächen. Es gibt auch kaum eine Gelegenheit an der frischen Luft zum „Wasser gucken“ denn die Plätze am Heck sind eigentlich für die Gäste gedacht die dort essen und auf dem Oberdeck stehen Liegen. Am Heck oben befindet sich ein riesiger Ballsportplatz, der fast nie benutzt wurde, schade denn dort wäre es herrlich zum sitzen und Wasser schauen.
So gibt es den abendlichen Cocktail also ohne Wasser aber mit chilliger Loungemusik, zum Sonnenuntergang wird jeden Tag ein anderer Cocktail zum Sonderpreis angeboten (auch im AI enthalten) und der DJ sorgt für dezente passende Hintergrundmusik.

Heute hatten wir zeitig Hunger und so machten wir uns pünktlich auf den Weg ins Restaurant um Wartezeiten zu vermeiden.
Der Maitre wusste vom Vorabend schon in welchem Service wir essen wollten und fragte ob er uns zu einem anderen deutschen Ehepaar setzen dürfte. Warum nicht und so landeten wir an einem 4er Tisch bei einem älteren Ehepaar. Also hingesetzt, freundlich gegrüßt und die erste Schimpftirade abbekommen: der Tisch ist zu klein für 4 Personen und überhaupt, diese ganze Reise ist eine Zumutung.
Also hielt ich mich tapfer an der Vorspeise und meinem Rotwein fest und hörte zu. Gut, die beiden hatten Pech, Last Minute gebucht, dadurch keine Busanreise nach Savona, also teuerer Flug nach Mailand, dann eine Buspanne auf dem Weg nach Savona, ergo erst zur Seenotrettungsübung an Bord gekommen, das ist Stress. Aber, wenn ich doch mit dem Bus anreisen möchte, dann kann ich halt nicht Last Minute buchen, nun gut, ich schluckte die Bemerkung runter, spülte mit Rotwein nach.
Pasta ließen die beiden, genau wie ich aus, allerdings kam nun das nächste Problem: bei den kleinen Portionen wurden sie nicht satt. Aber mehr wie 3 Gänge wollten sie auch nicht essen. Ok. Das nächste Problem: es gabt heute auch ein paar Spezialitäten aus Kalabrien. Nun sind die beiden aber der Meinung dass dies ja früher die ärmste Gegend Italiens war und es eine Zumutung ist diese Arme-Leute-Küche Gästen auf einer Kreuzfahrt vorzusetzen. Außerdem ist das Restaurant zu laut, das Büffet keine Alternative und man ist froh wenn man endlich wieder nach Hause darf.
Mein Mann flüchtet sich hinter sein Bierglas und ich überlegte wie ich mich höflich ausdrücke als der Hauptgang nahte.
Es gab „Truthahn a la Milanese mit Kirschtomaten und Rauke“ und dahinter verbargt sich ein Schnitzel Mailänder Art mit einem kleinen Salat aus Kirschtomaten und Rauke.
Unsere Tischnachbarn vermissten ihre Sättigungsbeilage und 2 Kellner wie auch der Maitre wurden benötigt um diese Unverschämtheit deutlich zu machen.
Ich fragte vorsichtig ob sie nicht einfach etwas bestellen möchten, der Maitre zählte auf: Reis , Salzkartoffeln, French fries, ja , genau sie möchten sie. Als blitzartig geliefert wurde kam die nächste Überraschung: Pommes mögen beide nicht.
Nun mussten wir natürlich noch die schlimme Routenänderung von Propriano nach Ajaccio besprechen, aber beim Dessert waren doch alle wieder zufrieden und glücklich.
Warum ich das so ausführlich schreibe? Weil es meiner Erfahrung nach so ist das man sich auch eine Reise schlecht reden kann, wenn man dann noch Mitstreiter findet dann hat man auf einmal nur noch Menschen um sich die auch alles gaaaaanz schrecklich finden und dann sieht man auch nur noch die negativen Kleinigkeiten statt den vielen schönen Dingen die geboten werden.
Wir beschlossen den Abend bei einem Glas Wein und ein paar Tanzrunden ausklingen zu lassen, trafen auf die Reisebekanntschaft der Warterei mit dem „Ufo“ und verlebten noch einen fröhlichen Abend.

weiter nach Olbia

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